Anstößiges aus Wissenschaft, Gesellschaft, Kirche Anstößiges aus Wissenschaft, Gesellschaft, Kirche

Pinnwand

18.11.2011
schöne sache
von micha
09.11.2011
Ein dickes "WEITER SO" an die junge Akademie. Viele Grüße, Jo
von Johannes
09.06.2011
Toller Artikel über unser Gespräch in der Jungen Akademie. Das hat mir wirklich Spass gemacht!
Kommt gleich auf unsere Facebook Seite (www.facebook.com/
usconsulatemunich)
von Conrad Tribble
03.05.2011
Liebe Besucher,
hier könnt ihr eine Nachricht, einen Kommentar oder einen Gruß hinterlassen.
Viele Grüße aus der Jungen Akademie!
von Carolin Neuber

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04.10.2011: Venedig - 54. Biennale

Die Rialtobrücke überspannt den Canal Grande in Venedig
Die Rialto-Brücke: Sie verbindet die beiden ältesten Stadtteile der Lagunenstadt und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Venedigs

Rialto-Brücke und Dorsoduro

4. Oktober 2011 - Elena Lütkemeyer und Anja Soffa

Nach einer langen Nacht im Zug begrüßte uns in den frühen Morgenstunden das sonnige Ve-nedig. Anders als gewohnt, schipperte uns ein venezianisches Vaporetto zum Hotel, so dass wir direkt eine der vielen Besonderheiten Venedigs kennenlernen durften. In unserer Unter-kunft, dem Centro Culturale Don Orione Artigianelli, angekommen, gab es eine kurze Verschnaufpause im Innenhof, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erste Kontakte untereinander knüpften.
Um 10 Uhr bot uns Professor Thomas Raff eine kleine Umgebungstour zur ersten Orientie-rung an. Anschließend startete um 14.00 Uhr das eigentliche Programm mit einer beeindru-ckenden Stadtführung, die an der Rialto-Brücke begann, welche die beiden ersten dauerhaft besiedelten Teile Venedigs verband und somit den historischen Ursprung der Stadt darstellt. Weiter ging es auf den lebhaften, verwinkelten Gassen des „Dorsoduro“ zum heute noch stattfindenden Fischmarkt. In diesem Zuge wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die damaligen Probleme der Inselstadt, wie etwa der Frischwasserversorgung oder der Wäh-rungsproblematik, sensibilisiert.
Nach diesen vielfältigen Eindrücken führte uns Professor Raff zum Markusplatz, wo wir die Fassade des Markusdoms besichtigten. Vor allem die Tatsache, dass sich dieser zum größten Teilen aus geraubten Bauteilen zusammensetzte und somit zu den wohl bekanntesten „Raub-bauten“ der Welt zählt, erstaunte uns doch sehr.
Wieder im Hotel angekommen, bezogen wir unsere Zimmer und machten uns für das gemein-same Abendessen mit den Reiseteilnehmern der Katholischen Akademie Bayern frisch. Wir ließen so den Tag mit leckerem italienischem Essen und Wein in einem schönen Ambiente im zum Hotel gehörigen Restaurant San Trovaso ausklingen.

 

Professor Raff und Teilnehmer der Jungen Akademie an einem kleinen venezianischen Kanal
Professor Thomas Raff erläutert den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Jungen Akademie einige der Besonderheiten Venedigs

Die intimsten Gefühle der Künstler

5. Oktober 2011 - Prolet Decheva

Wenn ich jetzt, zurück in München, über die 54. Biennale in Venedig schreiben muss, weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. Es war ein Erlebnis, das am 5. Oktober auf dem Gelände der Giardini begonnen hat und lange in meinem Gedächtnis bleiben wird. An diesem Tag besuchte die Junge Akademie unter der freundlichen Führung von Dr. Walter Zahner die mehr als 20 Länderpavillons mit Werken von Künstlern aus den jeweiligen Ländern. Jeder Pavillon sprach mit einer einzigartigen Stimme und vermittelte einzigartige Botschaften. Einige waren wie eine Antwort auf die aktuellsten Ereignisse, so der ägyptische Pavillon, der an den Arabischen Frühling erinnerte. Andere erzählten über die intimsten Gefühle der Künstler, wie der deutsche Pavillon, in dem Werke von Christoph Schlingensief zu sehen waren. Wir wurden auch in den belgischen, finnischen, ungarischen, israelischen und den polnischen Pavillon geführt.
Expressiv ist ein zu kleines Wort, um die ausgestellten Werke zu beschreiben. Manche waren wie ein Kinderschrei, der ohne Vorkenntnisse nicht zu verstehen ist, andere standen wie eine Tatsache da und brauchten keine Erklärung. So direkt war zum Beispiel „Crash - Passive Interview“ von der ungarischen Künstlerin Hajnal Németh. Ihre Installation bestand aus einem teilweise „bei einem Autounfall“ zerstörten BMW, unter verblendendem roten Licht. Das von den Kuratoren oder von der Verwaltung ausgehängte DIN A4 Blatt mit den Worten „Please don’t touch the car“ fühlte sich an wie ein untrennbarer Teil des Kunstwerks.
Der polnische Pavillon mit den drei Filmen von Yael Bartana erzählte im Stil sozialistischer Propaganda-Streifen eine imaginäre Geschichte, in der die vertriebenen polnischen Juden in ihre Heimat zurückkehren und sprach so ein Problem an, das heutzutage immer noch existiert.
Am Nachmittag haben wir dann das alte Jüdische Ghetto besucht, sowie eine Führung durch einige Synagogen bekommen. Die Juden wurden spät in diesen Stadtvierteln angesiedelt, deshalb sind die Synagogen, die wir gesehen haben, in die schon lange vorher gebauten Häusern eingefügt: und zwar immer im obersten Stock, da man über einer Synagoge nicht bauen darf. An den Wänden und auf den Böden kann man den alten venezianischen Stil erkennen.
Nach langen Spaziergängen durch die engen Gassen und über mehrere kleine Brücken sowie nach dem Genießen des venezianischen Sonnenuntergangs fand der Tag seinen Abschluss beim leckeren Abendessen im Restaurant.

Der Cenal Grande im Abendlicht
Allein für diesen Anblick lohnt sich eine Venedigreise...

Schlangen vor der Lichtinstallation

6. Oktober 2011 - Simon Huber, Thomas Schneider, Moritz Sedlmeier

Am Donnerstag begrüßte uns Venedig von seiner schönsten Seite. Tiefstehende Herbstsonne, leuchtend intensive Farben, wohlige Wärme und morgens die Vaporetto-Fahrt auf der blau-türkisen Lagune zum Arsenale-Gelände der Biennale. Dieses für die Geschichte Venedigs bedeutsame Stadtgebiet hat bereits ohne die ausgestellte Kunst seinen eigenen Charme, für dessen Erhalt sich namhafte Künstler und Architekten unserer Zeit aussprechen. Einen Großteil der zeitgenössischen Kunst wird in der zur Biennale als Ausstellungshalle genutzten über 300 Meter langen ehemaligen Seilerei gezeigt. Einzig vor der Installation von James Turrell bildeten sich Schlangen von Interessierten, war es doch immer nur drei Betrachtern gleichzeitig erlaubt die raumgreifende Lichtinstallation für fünf Minuten ohne Schuhe und unter Aufsicht zu betreten. Für das Warten wurde man mit einem eindringlichen und ganzheitlichen Seherlebnis belohnt: einer Installation, die körperlich spürbar war und sich Wahrnehmungsgrenzen näherte. Bei der Fülle der angebotenen Kunst waren die ausgezeichneten Führungen durch die von der Katholischen Akademie verpflichteten Referenten wertvoll und lieferten Haltungen und weitergehende Informationen.
Den Abschluss bildete ein Besuch des vielfach kritisierten und heiß diskutierten italienischen Pavillons, dessen Intention und Wirkung anschließend noch eingehend mit Professor Thomas Raff erörtert werden konnte.
Der Nachmittag stand den Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Jungen Akademie zur freien Verfügung und wurde vielfältig genutzt. Einige schlossen sich den Führungen der Referenten zu verschiedenen Orten in der Stadt an, während andere das Labyrinth aus Gassen und Kanälen auf eigene Faust erkundeten oder zum ehemals mondänen Lido übersetzten.
Der Tag, welcher uns vielfältige Eindrücke Venedigs und seiner Biennale gewährte, klang abends mit einem gemeinsamen Buffet im wunderschönen Innenhof des Hotels aus und spannte mit dem ihm innewohnenden „Dolce Vita“ einen schönen Bogen zum Tagesanfang.

Die Reisegruppe der Jungen Akademie auf der Insel Torcello
Akademiedirektor Dr. Florian Schuller mit "seiner" sturmzerzausten Gruppe auf Torcello

Apokalypse Now! – Weltuntergang einmal anders

7. Oktober 2011 - Sonja Meitinger und Romana Karletshofer

Ein sturmgrauer Himmel begrüßte uns am Freitagmorgen, als wir die Fensterläden öffneten, gar so, als wolle uns das Wetter auf unser Reiseziel vorbereiten: Das Mosaik vom Weltengericht in der Basilika Santa Maria Assunta auf der Insel Torcello. Dass wir dieses jüngste Gericht später noch am eigenen Leib erfahren durften, war uns, als wir uns gegen 9 Uhr an der Haltestelle Zattere für eine eineinhalbstündige Bootsfahrt Richtung „laguna morta“ trafen, noch nicht bewusst.
Doch nichts konnte uns von unserem Ziel abbringen und so hielten wir den offenen Himmelsschleusen stand, die sich kurz nach Ablegen des Schiffes geöffnet hauen, wodurch sich scheinbar mehr Wasser auf uns ergoss als unter unseren Füßen war. Die Apokalypse hatte begonnen. Völlig durchnässt trafen wir auf der Insel ein, die früher einmal der Bischofsitz von Altinum war. Nach einem kurzen Spaziergang suchten wir Schutz in der Basilika.
Dort erhielten wir, während wir trockneten, durch Akademiedirektor Florian Schuller eine Einführung in die Geschichte der Insel, sowie eine Führung durch die Kirche mit detaillierten Erläuterungen zu den einzelnen Mosaiken. Besonders die Darstellung des Apsismosaiks an der Ostseite der Kirche und das Weltengerichtsmosaik an der Westseite erhielten unsere volle Aufmerksamkeit.
Nach dieser Läuterung stand es jedem offen, den Nachmittag nach eigenem Gutdünken frei zu gestalten. Einige machten sich nun bei herrlichem Wetter (wie es sich nach dem jüngsten Gericht, wenn man im Paradies ist, gehört) auf, die nächstliegenden Inseln wie Burano oder Murano zu besuchen und durch die malerischen Fischerdörfchen zu schlendern. Am Abend schließlich kam es zum großen festlichen Abendessen gemeinsam mit der „Erwachsenen“ Akademie. Bei einem mitternächtlichen Spaziergang zum Markusplatz, klang eine wunderschöne Venedigreise aus. An dieser Stelle möchten sich die Autorinnen bei den Verantwortlichen nochmals sehr herzlich bedanken. Es war eine schöne Zeit.

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