Anstößiges aus Wissenschaft, Gesellschaft, Kirche Anstößiges aus Wissenschaft, Gesellschaft, Kirche

Pinnwand

18.11.2011
schöne sache
von micha
09.11.2011
Ein dickes "WEITER SO" an die junge Akademie. Viele Grüße, Jo
von Johannes
09.06.2011
Toller Artikel über unser Gespräch in der Jungen Akademie. Das hat mir wirklich Spass gemacht!
Kommt gleich auf unsere Facebook Seite (www.facebook.com/
usconsulatemunich)
von Conrad Tribble
03.05.2011
Liebe Besucher,
hier könnt ihr eine Nachricht, einen Kommentar oder einen Gruß hinterlassen.
Viele Grüße aus der Jungen Akademie!
von Carolin Neuber

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27.05.2009: GeldWert – Finanzkrise

Finanzkrise, Hintergründe, Konsequenzen, sozialethische Anfragen

Die Finanzkrise erschreckt weiterhin und alle suchen Antworten auf die Frage, wie das geschehen konnte. Auch und vielleicht gerade junge Menschen fühlen sich bedroht und haben Angst um ihre Zukunft. Die Junge Akademie versuchte Antworten zu geben und lud am 27. Mai 2009 einen Banker und einen Sozialethiker ein, um die Finanzkrise aus verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren. Eine Gruppe sehr interessierter junger Teilnehmer kam zu der Tagung „GeldWert. Finanzkrise: Hintergründe, Konsequenzen, sozialethische Anfragen“ in die Akademie. Zwei kurze Vorträge und eine ausführliche Diskussion erhellten das Thema. Und das Überraschende: Banker und Sozialethiker stimmten in vielen Punkten überein.

Prof. Dr. Willibald Folz, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Münchner Hypothekenbank eG, legte zum Einen die volkswirtschaftlichen und finanztechnischen Ursachen der „beispiellosen Finanzkrise“ dar: unter anderem Überkapazitäten vieler Industriezweige vor allem in den USA, billige Immobilienkredite für jedermann, die zu einer Immobilienblase führten.

Doch Professor Folz, der der Katholischen Akademie als Vorsitzender des Vereins der Freunde und Gönner sehr verbunden ist, beließ es nicht bei ökonomischen und betriebswirtschaftlichen Betrachtungen. „Menschliches Fehlverhalten, Gier, war ein wichtiger Grund für die Krise“, so Folz. Auch eine Verschuldungsmentalität vieler Bevölkerungskreise – vor allem in den USA - und „blindes Vertrauen“ der Experten auf mathematische Modelle stünden am Anfang dieses Desasters, erklärte Professor Folz. Seine Forderung an die Politik: Strikte Regeln für die Banken.

Dieser Aussage schloss sich der Augsburger Sozialethiker Dr. Johannes J. Frühbauer bei seinem Besuch bei der Jungen Akademie in vollem Umfang an. Darüber hinaus müssten die „wirtschaftsethische Kompetenz“ und das „gesellschaftliches Verantwortungsdenken“ gestärkt werden, forderte Dr. Frühbauer. Gerade die Kirchen könnten auf diesem Gebiet kompetente Aussagen treffen.

Mit Bernhard Emunds vom Nell-Breuning-Institut in Frankfurt etwa habe die deutsche Sozialethik einen ausgewiesenen Experten in Fragen der internationalen Finanzordnung in ihren Reihen. Nicht nur Emunds mit seiner Fachkompetenz, sondern auch grundlegende Texte von katholischer wie evangelischer Seite würden seit Jahren auf die problematische Entwicklung des internationalen Finanzmarktes hinweisen.

Sowohl das „Kompendium der Katholischen Soziallehre“ als auch die EKD-Denkschrift „Unternehmerisches Handeln aus evangelischer Perspektive“ weisen in ihren kompetenten Analysen und präzisen Stellungnahmen ausdrücklich auf die Notwendigkeit einer internationalen Rahmenordnung hin.

Neben diesen institutionellen Vorkehrungen sei es mehr denn je erforderlich, wirtschaftsethische Kompetenz und somit gesellschaftliches Verantwortungsdenken in sämtliche Curricula wirtschafts- und finanzwissenschaftlicher Studiengänge einzubauen. Zudem ist in einer offenen Weise ein Diskurs darüber zu führen, welche Korrekturen das deutsche, europäische und globale Wirtschaftssystem benötigten, um in einer nachhaltigen Weise zukunftsfähig zu sein und das Wohlergehen der Menschen zu sichern und zu fördern. Dies habe insbesondere Friedhelm Hengsbach in einer ganzen Reihe an durchaus provokanten Vorschlägen aufgezeigt.

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