Begegnung mit Frère Alois, Prior von Taizé
Gebet, Gesang und die ökumenische Verbundenheit standen am 22. Oktober
2009 im Mittelpunkt, als die Gemeinschaft von Taizé den Ökumenischen
Preis der Katholischen Akademie Bayern erhalten hat. Direktor
Dr. Florian Schuller überreichte den mit 10 000 Euro dotierten
Preis an den Prior von Taizé, Bruder Alois, und an Bruder
Timothée.
„Taizé ist ein privilegierter, zeichenhafter Ort der Versöhnung unter
gespaltenen Christen und getrennten Völkern, wo der Glaube an Christus
geweckt und Zeugnis von der weltumspannenden Gemeinschaft der Glaubenden
gegeben wird“, begründete Schuller die Preisverleihung.
Die Bruderschaft wird mit dem Geld ihr Bibelprojekt in China fördern.
Dabei sollen eine Million Bibeln an chinesische Christen verteilt
werden. „Das ist ein Zeichen der Freundschaft und Dankbarkeit gegenüber
den Christen dieses Landes“, sagte Bruder Alois in seinem Dankeswort. Er
nehme den Preis als Andenken an Frère Roger, den Gründer und
jahrzehntelangen Prior der Bruderschaft entgegen, ergänzte Bruder Alois.
Bereits um 17 Uhr hatte er sich mit rund 100 jungen Menschen zu einem
Gespräch getroffen,
in dem die Jugendlichen ihre Erfahrungen mit und
ihre Hoffnungen auf Taizé schilderten.
Wie gelingt es, die durch und
in Taizé gesammelte Kraft und die Spiritualität im Alltag zu bewahren
und umzusetzen, war eine Frage, über die Bruder Alois und die
Jugendlichen sprachen. Im Anschluss daran beteten und sangen die Brüder
aus Taizé mit vielen jungen, aber auch älteren Freunden der Gemeinschaft
in der Schwabinger Pfarrkirche Sankt Sylvester an der
Biedersteinerstraße. Taizé-Lieder und Gebete, die Taizé-Treffen ihren
unverwechselbaren Charakter verleihen, erfüllten die voll besetzte
Kirche.
In einem Gespräch zwischen Alois, Bruder Timothée, Florian Schuller und
Carolin Neuber,
der Verantwortlichen für die Junge Akademie, kam
heraus, was das Besondere an Taizé ist:
die Herzmitte des
christlichen Glaubens, die Versöhnung, zu suchen.
Zu Ende ging der ökumenische Abend mit Speis und Trank sowie Begegnungen
und Gesprächen in Haus und Park. Das Modern String Quartet sorgte für
die musikalische Begleitung.