Anstößiges aus Wissenschaft, Gesellschaft, Kirche Anstößiges aus Wissenschaft, Gesellschaft, Kirche

Pinnwand

18.11.2011
schöne sache
von micha
09.11.2011
Ein dickes "WEITER SO" an die junge Akademie. Viele Grüße, Jo
von Johannes
09.06.2011
Toller Artikel über unser Gespräch in der Jungen Akademie. Das hat mir wirklich Spass gemacht!
Kommt gleich auf unsere Facebook Seite (www.facebook.com/
usconsulatemunich)
von Conrad Tribble
03.05.2011
Liebe Besucher,
hier könnt ihr eine Nachricht, einen Kommentar oder einen Gruß hinterlassen.
Viele Grüße aus der Jungen Akademie!
von Carolin Neuber

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08.12.2009: Raum der Stille – Fachtagung

Brauchen Hochschulen religiös geprägte Räume?
Dieser Frage ging die Junge Akademie im Zusammenwirken mit den evangelischen und katholischen Hochschulgemeinden in München und dem Erzbischöflichen Ordinariat nach.
Auf der Tagung, die am 8. Dezember 2009 in den Räumen der Akademie stattfand, wurde eine Reihe von grundsätzlichen und praktischen Erwägungen diskutiert, die mit einem solchen, religiös geprägten, „Raum der Stille“ zusammenhängen.

Besonders die Referate des evangelischen Theologen Prof. Dr. Gunther Wenz und seines katholischen Kollegen Prof. Dr. Rainer Bucher waren Ausgangspunkt lebhafter Debatten.
Die Tagungsteilnehmer, unter anderem Mitglieder katholischer und evangelischer Hochschulgemeinden von bayerischen und außerbayerischen Universitäten, aber auch Landtagsabgeordnete und Vertreter bischöflicher Ordinariate, erörterten die vorgetragenen Gedanken.

Selbst die grundsätzliche Frage, ob eine Hochschule überhaupt einen Raum zur Religionsausübung brauche, wurde aufgeworfen. Prof. Wenz legte dar, dass die Universität als Universität weder Pflicht noch Recht habe, Religionsangebote zu machen oder umgekehrt Religion aus ihrem Bereich auszuschließen. Diskussionsteilnehmer merkten aber an, dass zwar die Hochschule weltanschauliche Neutralität zu wahren habe, sie jedoch als Universität auf den ganzen Menschen ausgerichtet sei und gerade deshalb die religiöse Dimension nicht ausklammern dürfe.

Wer braucht überhaupt so einen Raum der Stille? Dies war ein weiterer Kernpunkt der Gespräche. Denn, es dürfe nicht um die Anliegen der Hochschulen und Kirchen gehen. Letztere besäßen ja bereits solche Begegnungs- und Andachtsstätten, teilweise sogar ganz in der Nähe der Universitäten. Vielmehr müsse das Bedürfnis der an den Hochschulen anwesenden Menschen im Mittelpunkt stehen, stellten einige der Teilnehmer fest.

Spannend wurde dann noch die Frage, ob ein multireligiöser „Raum der Stille“ funktionieren könnte. Wie sei der einzurichten, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden – sei dies überhaupt möglich? Denn, so wurde gefragt: Taugt ein völlig symbolloser Raum als Gebetsraum „für alle“? Diesem Ansatz hatte Prof. Wenz bereits in seinem Referat grundlegend widersprochen: „Religionsangebote sind entweder konkret, also nach Maßgabe der Inhalte spezifischer Religionen und Konfessionen bestimmt, oder sie sind kontraproduktiv.“

Aber, so wurde ebenfalls klar, man könne Gläubigen anderer Glaubensgemeinschaften keine fremden religiösen Symbole in solch einem „multireligiösen Gebetsraum“ zumuten.

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